München, 14.06.2010. Die Delegierten der Konferenz für Katholische Jugendarbeit in Bayern haben am Wochenende in Würzburg ihre Verantwortung, die ihnen anvertrauten Kinder und Jugendlichen vor Gewalt jeglicher Form zu schützen, bekräftigt. Sie haben sich dafür ausgesprochen eine Fachstelle zur Prävention sexueller Gewalt auf Landesebene einzurichten. Die notwendigen finanziellen Ressourcen fordern sie von der Freisinger Bischofskonferenz. Johannes Merkl, Geistlicher Verbandsleiter des BDKJ Bayern und Beauftragter für die Landesjugendseelsorge in Bayern, erklärt: „Die Vorgänge der letzten Wochen und Monate haben deutlich gemacht, welch hohen Stellenwert in diesem Zusammenhang die Prävention vor sexuellem Missbrauch hat.“ Er verwies auf die von den katholischen Jugendverbänden und den (Erz-) Bischöflichen Jugendämtern entwickelten Konzepte, Kodizes und Verfahrensweisen. „Was fehlt, ist eine qualifizierte fachliche Vernetzung der verschiedenen Träger katholischer Jugendarbeit und eine gemeinsame Vorgehensweise. Daher ist eine Fachstelle auf Landesebene dringend geboten“, so Merkl weiter. Auch die Delegierten der BDKJ-Landesversammlung 2010 beschäftigten sich mit der Thematik. In einem sehr offenen und von gegenseitigem Respekt getragenen Fachgespräches mit Domdekan Dr. Lorenz Wolf, Leiter des Katholischen Büros Bayern, diskutierte die VertreterInnen der katholischen Jugendverbandsarbeit den bisherigen kirchliche Umgang mit Vorfällen sexueller Gewalt in kirchlichen Einrichtungen und durch Priester sowie anderen kirchlichen Mitarbeitern. Die Delegierten der BDKJ-Landesversammlung betonten gegenüber Domdekan Prälat Dr. Wolf, dass die jetzt begonnene Aufarbeitung und die gestarteten Initiativen zur Prävention vor sexueller und anderer Gewalt kein Strohfeuer sein dürften. Um eine nachhaltige Vorortung des Themas zu gewährleisten, sei es notwenig die Präventionsarbeit strukturell auf der Landesebene der kirchlichen Jugendarbeit zu implementieren und eine Fachstelle einzurichten. Prälat Dr.Wolf ermutigte die BDKJ-Landesdelegierten dazu, ihre Präventionsarbeit weiter auszubauen und bedankte sich im Namen der bayerischen Bischöfe bei den Verantwortlichen der Jugendverbandsarbeit für deren Engagement, Kinder und Jugendliche stark zu machen. Die BDKJ-Landesversammlung verabschiedete anschließend Maßnahmen zur Weiterentwicklung der Prävention sexueller Gewalt in den eigenen Reihen. Neben der Einrichtung einer Fachstelle Prävention sexueller Gewalt an der Landesstelle für Katholische Jugendarbeit in Bayern mündete der Beschluss in Selbstverpflichtung der BDKJ-Diözesan- und Mitgliedsverbände. Die katholische Jugendverbandsarbeit verpflichtet sich zur Information, Qualifizierung / Aus- und Fortbildung von ehrenamtlichen und hauptberuflichen bzw. hauptamtlichen MitarbeiterInnen und zur Sensibilisierung für das Aufgabenfeld u.a. durch die Erarbeitung von Verhaltenskodizes und Krisenleitfäden sowie die Benennung von AnsprechpartnerInnen, die Betroffene unterstützen und in Verdachtsfällen beraten. Auch die Zusammenarbeit mit Fachberatungsstellen soll gesucht werden. Dazu sind allerdings auch entsprechende personelle Ressourcen notwendig. Diana Sturzenhecker (BDKJ-Landesvorsitzende) erklärte: „Die katholische Jugendverbandsarbeit ist sich seit langer Zeit bewusst, dass Täter bewusst und gezielt auch Strukturen der Jugendarbeit aufsuchen. Jugendarbeit lebt von Beziehungsarbeit, Täter und Täterinnen aber missbrauchen das so entstehende Vertrauen und nutzen Jugendarbeit als Betätigungsfeld. Daher schreibt der BDKJ Bayern Prävention groß und tut alles, um ein sicheres Umfeld für das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen zu gewährleisten.“ Magdalena Heck-Nick / Andrea Weißer (Redaktion) V.i.S.P. Johannes Merkl
Der BDKJ Bayern ist der Dachverband der katholischen Jugendverbandsarbeit. Seine Mitglieds- und Diözesanverbände erreichen mit ihren Aktivitäten regelmäßig ca. 320.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in Bayern.
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